Informationen über: Warzen

Krankheitsbild

Warzen finden sich bei etwa 5% Prozent der Bevölkerung. Es sind gutartige, verhornte Hautwucherungen, die durch Viren hervorgerufen werden. Diese Viren, die in etwa 70 verschiedenen Typen auftreten, gehören zur Gruppe der Papilloma-Viren. Dabei entstehen je nach Virus-Typ und betroffener Körperregion verschiedene Warzenarten:

 

Flachwarzen

erscheinen als kleine rötlich umrandete Papeln an der Stirn, den Wangen, Armen oder im Mundbereich. Die Papeln selbst sind hautfarben. Flachwarzen finden sich häufig bei Kindern und Jugendlichen.

 

Stachelwarzen (= gewöhnliche Warzen)

sind die häufigste Warzenart. Sie zeigen sich als harte, raue und verhornte Knötchen, die sich später grau verfärben. Stachelwarzen werden Stecknadelkopf- bis Erbsen-groß. Besonders häufig findet man sie an den Händen und im Gesicht.

 

Dornwarzen

auch Plantarwarzen genannt, entstehen an der Fußsohle. Durch den Druck des Körpergewichts wachsen sie nicht nach außen, sondern wie ein Dorn in die Tiefe. Deshalb verursachen sie beim Gehen oft starke Schmerzen. Von außen fällt der dicke Hornhautwall mit zahlreichen roten oder schwarzen Punkten auf. (Die Punkte entstehen durch winzige Einblutungen in die Oberhaut.)

 

Feig- oder Feuchtwarzen

findet man nur in Körperregionen, die feucht und warm sind. Sie treten daher fast ausschließlich im Genital- und Analbereich auf und werden bevorzugt beim Geschlechtsverkehr übertragen. Anfangs erscheinen nur einige blasse oder rötliche Knötchen oder Fädchen, die aber zu Blumenkohl-artigen Wucherungen heranwachsen können. In schlimmen Fällen dringen die Warzen in das Körpergewebe ein und zerstören es. Feigwarzen sind die gefährlichste Warzenart.

 

Dellwarzen

gehen nicht auf Papilloma-Viren zurück, sondern werden von einem Paravaccinia-Virus ausgelöst. Sie zählen daher auch nicht zu den Warzen im engeren Sinne. Als (namengebendes) Charakteristikum weisen diese Warzen eine Delle in der Mitte auf. Dellwarzen können alle Areale des Körpers befallen.

 

Alterswarzen

gehören nicht zu den Warzen und werden auch nicht durch Viren verursacht. Es handelt sich vielmehr um harmlose Hautgebilde, die in Form und Farbe einer Warze ähneln.

Diagnose

Warzen erkennt man an ihrem typischen Erscheinungsbild. Die Körperregion, in der die Warze auftritt, spielt für die Diagnose ebenfalls eine wichtige Rolle.

Ein einfacher Test kann zeigen, ob es sich um eine Warze handelt: Betupft man die Haut mit Essigsäure, dann färben sich Warzen weiß, während sich die gesunde Haut nicht verfärbt.

Ursachen

Verursacher von Warzen sind Viren. Sie werden entweder direkt übertragen durch unmittelbaren Hautkontakt oder indirekt, beispielsweise über Fußböden, Handtücher etc. Bei Stachelwarzen steckt man sich auch leicht bei sich selbst an, weil man beim Kratzen die Erreger auf die benachbarten Hautareale verteilt. Nach der Infektion dauert es dann 1-20 Monate, bis eine Warze entsteht. Aber nicht immer bildet sich tatsächlich eine Warze. Das geschieht nur, wenn weitere Voraussetzungen erfüllt sind. Hierbei spielt das Immunsystem die größte Rolle. Menschen mit einem schwachen oder angegriffenen Immunsystem (Senioren, Kranke, Kleinkinder) erkranken leichter, weil sie die Viren weniger gut abwehren können.

 

Außerdem erleichtern Verletzungen oder Entzündungen der Haut das Eindringen der Viren. So treten beispielsweise Feigwarzen häufiger auf, wenn bereits eine Erkrankung des Unterleibs vorliegt, wie beispielsweise eine Harnröhrenentzündung, Scheidenentzündungen, entzündliche Darmerkrankungen, Wurmbefall oder eine Vorhautverengung. Gesunde, gut durchblutete Haut stellt für die Viren dagegen eine sehr schwer überwindbare Barriere dar.

Verlauf/Folgen

Gefährden Warzen die Gesundheit?

Die meisten Warzen sind harmlos und bedeuten keine Gefahr für die Gesundheit. Eine Ausnahme machen allerdings die Feigwarzen und einige seltene Warzenarten. Sie gelten als Mitverursacher einiger Krebsarten. Dies gilt insbesondere für Gebärmutterkrebs. Bei den Betroffenen findet man in nahezu jedem Fall auch die Erreger von Feigwarzen.

Meistens jedoch stellen Warzen nicht mehr als ein kosmetisches Problem dar. Im Laufe der Zeit verheilen sie von selbst – ein Prozess, der sich allerdings über viele Monate, manchmal Jahre hinzieht.

Wann zum Arzt

In vielen Fällen erübrigt sich eine ärztliche Therapie, da Warzen mit der Zeit von allein verheilen.

 

Aber Vorsicht:

Bei Verdacht auf Feigwarzen (Genitalwarzen) sofort den Arzt aufsuchen!!! Feigwarzen müssen unbedingt ärztlich behandelt werden.

Auch wenn aus kosmetischen Gründen eine Warze sehr stört, empfiehlt sich ein Besuch beim Hautarzt.

Das können Sie tun:

Überblick

Stärken Sie Ihr Immunsystem!

Wenn Ihre Immunabwehr gegen die Viren aufrüstet, haben Warzen keine Chance! Mit Bewegung, Wasseranwendungen und Darmsanierung können Sie Ihr Immunsystem stark machen.

 

Schaffen Sie ein gesundes Hautklima!

Pflegen Sie Ihre Haut sorgfältig: Tägliche Reinigung, gründliches Abtrocknen, Eincremen mit einer hautpflegenden Creme – diese Maßnahmen erhalten die natürliche Schutzfunktion der Haut.

 

Sorgen Sie für eine gute Durchblutung in den betroffenen Körperteilen!

Durchblutung bewirkt Heilung. Mit Bewegung, Massagen, Bädern, Güssen oder Einreibungen können Sie den Blutfluss in den erkrankten Körperteilen anregen. Und stellen Sie das Rauchen ein – Zigarettenrauch ist Gift für die Durchblutung!

 

Ernähren Sie sich gesund!

Viele Nahrungsbestandteile spielen für die Immunabwehr und den Heilungsprozess eine wichtige Rolle. Zink und Vitamin C, aber auch andere Vitamine und Mineralstoffe braucht Ihr Immunsystem ganz besonders notwendig.

Medikamente

Zur Behandlung von Warzen gibt es eine Reihe gut wirksamer Arzneimittel. Dazu zählen in erster Linie die Hornhaut-lösenden Präparate. Diese Mittel werden direkt auf die Warze aufgetragen und führen dazu, dass sich die oberste Hornschicht der Warze ablöst. Auf diese Weise wird die erkrankte Haut abgestoßen. Den Hornhaut-ablösenden Stoff gibt es in Form eines Pflasters, das Sie einfach auf die Warze kleben oder in Form einer Lösung, die Sie direkt auf die Warze aufpinseln. Es sind auch Flüssigkeiten im Handel, die die Haut kurzfristig vereisen und dadurch das Warzengewebe absterben lassen sollen. Eine so tiefe Temperatur wie bei der Stickstoffvereisung beim Arzt kann damit natürlich nicht erreicht werden.

Wenn Sie mit dieser Maßnahme die Warze nicht vollständig zum Verschwinden bringen, stehen Ihrem Arzt stärkere Mittel zur Verfügung. Beispielsweise kann er die Warze herausschneiden, verätzen oder vereisen (=mit flüssigem Stickstoff behandeln).

Homöop. Arzneimittel

Warzen erfordern üblicherweise die Behandlung mit einem Konstitutionsmittel. Dieses sollen Sie gemeinsam mit einem homöopathisch behandelnden Therapeuten auswählen. Folgende Aufstellung listet homöopathische Einzelmittel, die bei diesem Beschwerdebild häufig zum Einsatz kommen. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Acidum nitricum

 

bei großen, rissigen, feuchten, meist weichen Warzen mit gezacktem Rand, manchmal gestielt; stechende Schmerzen, bluten leicht beim Waschen.

 

Antimon crudum

 

bei flachen, harten, hornigen, bröckeligen Warzen vor allem am Fuß, insbesondere bei Kindern; Warzen oft glatt (Dornwarzen), gleichzeitig Mundwinkelrhagaden, starke Hornhaut, Schwielen, Hühneraugen.

 

Calcium carbonicum

 

bei kleinen und weichen Warzen besonders an den Fingerseiten; oft blasse Haut, Regel bei Frauen zu früh und zu stark.

 

Causticum

 

bei harten, hornigen, gestielten Warzen vor allem an Händen und Gesicht; oft schon lange bestehend, entzünden sich leicht, eitern, schmerzhaft, berührungsempfindlich.

 

Dulcamara

 

bei flachen, großen, fleischigen Warzen, oft gruppenweise, vor allem an Hand- und Fingerrücken; manchmal gestielt, Oberfläche meist glatt, insbesondere bei Menschen, die sich bei feuchter Kälte leicht erkälten.

 

Ferrum picrinicum

 

bei weichen erhabenen Warzen, zum Beispiel wenn der ganze Handrücken damit übersäht ist.

 

Thuja

 

bei weichen erhabenen Warzen, insbesondere bei Menschen die allgemein zur Warzenbildung neigen (z.B. am Darmausgang, an den Geschlechtsteilen); Warzen oft groß und gezackt, berührungsempfindlich, nässend, stechend, bräunlich, bluten leicht.

Thuja gilt als das klassische Warzenmittel.

 

 

Speziell für Alterswarzen:

Arsenicum album

 

bei trockenen, juckenden, brennenden, dunklen Warzen; Haut pergamentartig.

 

Causticum

 

bei rauen, schmutziggrauen, leicht blutenden, schmerzhaften Warzen.

 

Sepia

 

bei gelblich-braunen, gezackten Warzen und Juckreiz.

 

Schüßler Salze

Zur Behandlung der  Warzen werden folgende Salze verwendet (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

 

Bei folgendem Erscheinungsbild

gilt folgendes Einnahmeschema :

weiche, flache oder stielige Warzen

Kalium chloratum D6 Nr. 4 oder

Natrium sulfuricum D6 Nr. 10

 

harte, oft mehrfach "blumenkohlartig" auftretende W. an Händen oder Füßen

Calcium fluoratum D12 Nr. 1 3xtgl. 1-2 Tbl.

 

 

Allgemeine Maßnahmen

So vermeiden und behandeln Sie Warzen richtig:

Hautpflege

Waschen Sie sich täglich, vor allem Intimbereich, Füße, Gesicht und Körperfalten, z.B. Achseln. Trocknen Sie die Haut sorgfältig ab und pflegen Sie sie mit einer Creme. So beugen Sie nicht nur Warzen, sondern auch Pilzinfektionen vor!

 

Kleidung

Bevorzugen Sie Naturfasern, die den Schweiß gut aufsaugen. Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie Ihren Füßen gönnen: Wählen Sie Baumwollstrümpfe, wechseln Sie häufiger die Schuhe, halten Sie Ihre Füße trocken. Gehen Sie nicht barfuß, wenn Sie Verletzungen an der Haut entdeckt haben.

 

Nagelpflege

Vermeiden Sie bei der Maniküre Verletzungen der empfindlichen Nagelhaut. Hautrisse sind ideale Eintrittspforten für die Viren. Auch Kauen an den Fingernägeln sollte unterlassen werden.

 

Wärme

Halten Sie Ihre Hände und Füße warm. Warzen lieben Kälte, besonders in Verbindung mit Feuchtigkeit (Schweiß).

 

Rauchen

Geben Sie das Rauchen auf! Rauchen schädigt die Blutgefäße und verschlechtert die Durchblutung. Warzen sind dann noch die harmloseste Folge…

 

Früh-Erkennung

Feig-(=Genital-)Warzen müssen so schnell wie möglich behandelt werden. Für Frauen empfiehlt sich daher die regelmäßige Vorsorge-Untersuchung (= Abstrich) beim Frauenarzt. Männer können ihre Genitalschleimhaut gut selbst überprüfen: Farbveränderungen oder Unebenheiten unter der Vorhaut sind auf jeden Fall verdächtig und sollten von einem Arzt untersucht werden.

Ernährung

Eine spezielle Warzen-Diät gibt es nicht. Aber Sie können Ihr Immunsystem mit Ihrer Ernährung unterstützen, besser mit den Viren fertig zu werden. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Regeln.

 

Auf diese Nährstoffe sollten Sie jetzt besonders achten

Vitamin C

aktiviert zahlreiche Abwehr- und Schutzprozesse im Körper. Reich an Vitamin C sind frisches Obst und Gemüse, Kartoffeln und Obstsäfte.

 

Zink

ist Bestandteil vieler Enzyme, die im Immungeschehen mitarbeiten. Vollkorn- und Milchprodukte sowie Leber und Muskelfleisch enthalten viel Zink.

 

Vitamin E

hält die Haut gesund, wirkt als Zellschutz und fördert die Durchblutung. Mit Vollkornbackwaren, Nüssen und Pflanzenölen nehmen Sie viel Vitamin E zu sich.

In Ihrer Apotheke gibt es diese Nährstoffe auch als Fertigpräparate, mit denen Sie Ihre Nahrung sinnvoll ergänzen können.

Hausmittel

Die Liste an Hausmitteln wäre unendlich lang, wollte man alle Methoden der Warzenbehandlung mit aufnehmen. Denn in der Literatur der vergangenen Jahrhunderte finden sich Unmengen der absonderlichsten Therapievorschläge, vom Besprechen und Beschwören bis hin zu sehr unappetitlichen Tinkturen. Im Folgenden finden Sie einige ernst zu nehmende Behandlungsvorschläge.

 

Bewährte Mittel gegen Warzen

Zur äußerlichen Behandlung von Warzen stehen verschiedene pflanzliche Mittel zu Verfügung, die mehrere Wochen lang jeweils morgens und abends direkt auf die Warze aufgetragen werden.

 

Erfolg versprechen z.B. die folgenden Methoden:

Die Warze…

mit Schöllkraut-Saft bestreichen oder

mit einer Tinktur vom Lebensbaum (= Thuja) bepinseln oder

mit Scheiben von frischem Knoblauch belegen oder

mit Teebaumöl betupfen oder

mit Apfelessig bestreichen.

 

Besonders bei Dellwarzen empfiehlt sich die Klebeband-Methode: Man nimmt dazu Isolierband oder Leukoplast und klebt es über die Warzen. Zwei Wochen lang wird das Pflaster täglich gewechselt. Die in zwei drittel der Fälle erfolgreiche Methode beruht auf einer Anregung des Immunsystems durch den Klebstoff des Pflasters.

 

Training für ihr Immunsystem und Ihren Kreislauf

Wasser, z.B. als Kneipp-Anwendung eignet sich hervorragend zur Abhärtung. Es fördert die Durchblutung und regt dadurch das Immunsystem an. Folgende Wasser-Anwendungen haben sich mit besonders positiven Effekten hervorgetan:

 

Eine gute Ergänzung zu den Wasseranwendungen bieten Trocken-Bürsten-Massagen, die Sie am besten morgens nach dem Aufstehen durchführen. Dabei bürsten Sie in einer bestimmten Reihenfolge Arme, Beine und Rumpf mit einer speziellen Massagebürste.

Sport/Fitness

Körperliche Bewegung und Ausdauersport

stärken Ihr Immunsystem - besonders wenn Sie sich dabei an der frischen Luft aufhalten! Außerdem eignet sich körperliche Betätigung hervorragend, um den Kreislauf und damit die Durchblutung in Schwung zu bringen. Das heißt für Sie: Mit Sport tragen Sie dazu bei, dass Ihre Warzen schneller verheilen und sich in Zukunft weniger leicht entwickeln.

Sonstiges

Weitere Verfahren stehen zur Verfügung, um Ihre Erkrankung zu behandeln und Ihre Gesundheit zu stärken. Bitte holen Sie auch den Rat Ihres Arztes oder Heilpraktikers ein, bevor Sie eine der Behandlungsmöglichkeiten regelmäßig anwenden.

 

Häufig eingesetzte Therapieverfahren sind:


Literaturquellen





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